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Geschichte

Geschichte

Pfarrer Heinrich Grüber (1891 – 1975) lieferte zusammen mit seiner Frau Margarete (1899 – 1986) und einem Helferkreis ein Beispiel dafür, dass zutiefst christlich motiviertes Engagement für die sogenannten „rassisch“ Verfolgten unter nationalsozialistischer Herrschaft möglich war.

Seit 1938 nahm sich das „Büro Pfarrer Grüber“ Menschen jüdischen Glaubens und Menschen christlichen Glaubens mit jüdischen Vorfahren an und leistete ihnen geistlichen Beistand, fand für sie Verdienstmöglichkeiten oder verhalf ihnen zur Auswanderung aus Deutschland.

Da Heinrich Grüber aus Stolberg bei Aachen stammte, sprach er fließend niederländisch und war neben seinem Pfarramt in Berlin- Kaulsdorf Prediger der niederländischen Gemeinde. Dadurch hatte er viele Auslandskontakte, die er bei seinen Hilfsaktionen nutzte und die auch die nötige materielle Grundlage für sein Engagement boten.

Anfangs wirkten Grüber und sein Helferkreis durchaus noch mit Billigung der Gestapo und anderer NS-Organisationen. Insbesondere die Hilfe zur Emigration kam deren Ziel entgegen, Deutschland so schnell wie möglich „judenfrei“ zu machen. Erst mit dem Kriegsbeginn und der Weigerung vieler Staaten noch Auswanderer aufzunehmen, wurde das Büro Grüber und das dazugehörige Netz weiterer Hilfsstellen von der Gestapo geschlossen. Viele der Helfer starben in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten.
Als Heinrich Grüber nach Ende des Weltkrieges selbst aus dem Konzentrationslager zurück nach Hause kam, nahm er sein Engagement für die Gemeinschaft sofort wieder auf. Er wurde Mitglied des ersten Berliner Magistrats, später bevollmächtigter Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland bei der Regierung der DDR. Als dort die „Gruppe Ulbricht“ aber allmählich alle Positionen besetzte, verlor Grüber an Einfluss und durfte nach dem Mauerbau 1961 schließlich nicht mehr in die DDR einreisen.
Dafür engagierten sich Heinrich und Margarete Grüber im Westen Berlins und auf vielen Reisen weiter im diakonischen Sinne. So setzten sie sich auch für ehemalige Verfolgte ein, die nach dem Weltkrieg zurück nach Berlin kamen. Dafür gründete Grüber mit anderen zusammen die Stiftung „Evangelische Hilfsstelle für ehemals Rasseverfolgte“.

Bald zeigte sich, dass viele der älteren Verfolgten keinesfalls ihren Lebensabend zusammen mit ihren früheren Verfolgern oder gar Peinigern verbringen wollten. Vor diesem Hintergrund entstand das erste Altersheim an der Waltraudstraße in Zehlendorf, später in der Riemeisterstraße und schließlich in dem heutigen Komplex am Teltower Damm.

Nicht nur ehemalige Berlinerinnen und Berliner suchten hier eine neue Heimat, sondern auch ehemals Verfolgte aus anderen Teilen Deutschlands und Menschen, die sich in andere Länder gerettet hatten. Auch wenn die Zahl der Verfolgten im Laufe der Jahrzehnte abnahm und zunehmend andere ältere Menschen aus dem Bezirk Zehlendorf und Umgebung aufgenommen wurden, ist das Haus bis heute dem Vermächtnis Heinrich Grübers gewidmet.

Kontakt

Petra Fritzsche
Einrichtungsleiterin
Teltower Damm 124
14167 Berlin
Tel.: 030 845831-623
Fax: 030 845831-638
E-Mail

Sabine Pagels
Pflegedienstleiterin
Teltower Damm 124
14167 Berlin
Tel.: 030 845831-605
Fax: 030 845831-638
E-Mail

Wohnbereich eins
Tel.: 030 845831-601

Wohnbereich zwei
Tel.: 030 845831-602

Wohnbereich drei
Tel.: 030 845831-603