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Aktuelles

#Lehniner Gespräch for Future

mit Prof. Dr. Wolfgang Lucht, Potsdam Institut für Klimafolgenforschung

Etwa 80 Gäste waren der Einladung des Evangelischen Diakonissenhauses Berlin Teltow Lehnin am Dienstag, den 26. November 2019 zum Lehniner Gespräch mit Prof. Dr. Wolfgang Lucht vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) ins Elisabethhaus gefolgt.

Prof. Lucht gehört zu den führenden Klimaforschern in Deutschland, am PIK leitet er den Forschungsbereich Erdsystemanalyse, am Geografischen Institut der Humboldt-Universität hat der die Alexander-von-Humboldt-Professur für Nachhaltigkeitswissenschaft inne. Als Mitglied des Sachverständigenrates für Umweltfragen berät Lucht die Bundesregierung, er ist Mitbegründer von Scientists for Future.

In einem Impulsvortrag brachte Prof. Lucht die Gäste auf den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung. Er erläuterte, woran sich der menschengemachte Klimawandel erkennen lässt, welche Folgen er schon heute hat und wie sich die Welt, wie wir sie kennen, in den nächsten Jahrzehnten verändern wird. Er machte deutlich, dass es zu Veränderungen kommen wird, auch wenn das im Pariser Klimaschutzabkommen formulierte Ziel, den Temperaturanstieg auf 1,5 °C zu begrenzen, erreicht wird. Danach sehe es momentan allerdings nicht aus – ein höherer Temperaturanstieg sei deshalb zu erwarten mit entsprechend größeren Veränderungen.

Ein Hitzesommer wie 2018 wird demnach schon in 20 Jahren ein ganz normaler Sommer sein, in nur 40 Jahren wird ein solcher Sommer als eher kühl gelten.

Das anschließende Gespräch beschäftigte sich mit Fragen der Verantwortung und dem, was einerseits nötig und anderseits politisch möglich ist.

Konsequentes und schnelles Handeln sei gefordert. Ziel müsse es sein, den CO2-Ausstoß schnellstmöglich auf Null zu reduzieren.
Deutschland komme dabei eine große Verantwortung zu, obwohl es nur einen vergleichsweise geringen Anteil am globalen CO2-Ausstoß habe - denn Deutschland sei ein wichtiges Mitglied der EU, der Pro-Kopf-Ausstoß liege deutlich über dem Durchschnitt und Deutschland habe Ressourcen und Möglichkeiten, neue Technologien zu entwickeln und zu etablieren, die andere Länder fehlen.

Dabei könne jeder und jede Einzelne einen Beitrag leisten, so Prof. Lucht. Weniger Fleisch und weniger fliegen sei nötig. Gleichzeitig sollten Bürgerinnen und Bürger ihre Regierung nicht aus der Verantwortung entlassen, eine konsequente Klimapolitik umzusetzen.