Hero Image

Aktuelles

Not macht erfinderisch

Not macht erfinderisch... Das Leben im Seniorenzentrum Beelitz zu Zeiten von Corona, ein Bericht von Einrichtungsleiter Markus Kolbe:

Es ist viel stiller als sonst. Wo tagsüber unsere Senioren und Gäste im Gemeinschaftsbereich zusammen sitzen, gemeinsam essen, reden, spielen, Radio hören oder fernsehen ist es in diesen Tagen eher ruhig. Es fehlen die Angehörigen, die Musiker , die Märchenerzählerinnen und nicht zuletzt unser Therapiehund „Emma“. Auch das gemeinsame Singen und der Gottesdienst zu Ostern im Gemeinschaftsraum mussten abgesagt werden.

Unsere Betreuungskräfte nutzen in diesen ersten Frühlingstagen jede Möglichkeit, unsere Bewohnerinnen und Bewohner ins Freie zu fahren, einen kleinen Spaziergang auf unserem Gelände zu machen, oder die Fenster weit auf zu machen, wenn jemand bettlägrig ist. Natürlich immer mit den nötigen Schutzmaßnahmen, um niemanden unnötig zu gefährden. Auch unsere Pflegekräfte tun alles, damit der Tagesablauf, die Pflege und Hygiene auf bestmögliche Art aufrechterhalten bleibt.

Trotz aller Einschränkungen bringt diese Ausnahmezeit auch schöne und kreative Ideen hervor. So werden in diesen Tagen oft bunt gepackte Körbe und Taschen im Eingangsbereich abgestellt, liebevolle Grüße von Kindern und Enkeln, Ehepartnern und Freunden. Wir haben daher am Haupteingang, gleich hinter der Eingangstür einen Tisch aufgebaut, auf dem Taschen, Proviant und Grüße – bitte mit Namen versehen- abgestellt werden können. Unsere Mitarbeiter werden sie zeitnah auf die Zimmer in die Wohnbereiche und Wohnungen bringen. Vielen Dank dafür!!

Dass Not auch erfinderisch macht, zeigen einige Angehörige, die ihren Lieben ein Seil mitgegeben haben, damit sie es – wie Rapunzel ihr Haar – am Fenster herunterlassen können, um anschließend einen gefüllten Beutel nach oben zu ziehen. Hier erleben wir so viel Nähe, trotz Abstand!

Wir freuen uns mit allen, die unseren Bewohnern und Gästen auf diese Art, diese schwierige Zeit so schön machen, wie möglich und dadurch vor allem zeigen, dass wir trotz Corona füreinander da sind und aneinander denken.