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Aktuelles

"Wir brauchen mehr pädagogische Fachkräfte"

Viel Spaß und ein angenehm warmes Miteinander in der Kita Morgensonne in Teltow.

Sylvia Vogelbacher nimmt während der Eröffnung der Kita Himmelsleiter im Sommer 2020 ein Geschenk entgegen.

Dass Erziehermangel auf dem Arbeitsmarkt herrscht, kann keiner abstreiten. Das wissen auch die Kita-Leitungen der Kita Himmelsleiter in Ludwigsfelde, Sylvia Vogelbacher, und die Leitung der Kita Morgensonne, Jeannette Ritter. Wir wollten etwas mehr über die Herausforderung der Erziehersuche wissen und haben die beiden dazu befragt.

 

EDBTL: Frau Ritter, was müsste sich sofort ändern, damit Ihr Arbeitsalltag besser wird?
Jeannette Ritter: Wir brauchen mehr pädagogische Fachkräfte, derzeit haben wir vier freie Stellen! Dazu brauchen wir eine große Portion Gesundheit, damit alle ihren Dienst auch planmäßig antreten können. Und sehr gut wäre, wenn die Politik sich zu weiteren Personalschlüsselverbesserungen und vor allem einer Leitungsfreistellung analog Berlin, sowie der Gewährung von Vor- und Nachbereitungszeiten durchringen würde. Gut wären Akustikmaßnahmen, damit wir den Lautstärkepegel reduzieren können, auch das würde den Arbeitsalltag entlasten.

Frau Vogelbacher, wann merken die Kinder, dass es zu wenige Erzieher in der Kita gibt? 
Sylvia Vogelbacher: Gerade Krippenkinder brauchen Körperkontakt beim Lesen, deshalb lesen wir gerne zusammen mit zwei oder drei Kindern, zum Beispiel auf einem Sitzsack. So nah beieinander können wir direkt auf Fragen reagieren. Das geht aber alles überhaupt nicht, wenn Erzieher auf zu viele Kinder achten müssen. Die Kinder merken, wenn die Erzieherin nicht aufmerksam bei ihnen ist und verlieren vielleicht sogar das Interesse und den Spaß an Büchern und Geschichten. Grundsätzlich fehlt den Kindern die individuelle Aufmerksamkeit und das Begleiten ihrer Handlungen im Alltag. 

Was ist das das Anstrengendste an Ihrem Beruf?
J.R.: Das Anstrengendste sind die hohen Erwartungen von allen Seiten, ja und viele Vorschriften, die sich mit der pädagogischen Arbeit oft nicht gut vertragen. Die Corona-Hygienevorschriften machen deutlich, wie schwer es ist, wenn man darauf achten muss, dass alle sich an die Vorschriften und Regeln halten.
S.V.: Wir haben immer zu wenig Zeit, um allen gerecht zu werden. Dabei wollen wir doch möglichst nichts vergessen: die Kinder in ihrer Individualität, ihre Familien; Gespräche, das Team, die Räume, das Haus, den Garten, die Pädagogik, unsere Haltung. Und so vieles mehr!

Und was ist das Schönste?
S.V.: Das Schönste ist das Begleiten der Kinder – sie in ihren Entdeckungen, ihrer Selbstständigkeit und Selbstwirksamkeit zu bestärken und zu unterstützen. Die Freude, der Stolz, die Überraschung, die sie dabei empfinden, mit ihnen teilen zu dürfen.
J.R.: Die Entwicklung von Kindern beobachten und begleiten zu können, verschafft viele schöne Momente und Erlebnisse. Ein Kinderlächeln, wenn etwas schön war, geschafft wurde, das Vertrauen, dass sie uns entgegenbringen und auch Geheimnisse mit uns teilen.

Danke Ihnen beiden für diesen Einblick!

 

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