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Evangelische Magdalenen-Kirchengemeinde

Evangelische Magdalenen-Kirchengemeinde

Eine Gemeinde in einer Anstalt

„Anstaltskirchengemeinde“, so nennt sie das Kirchengesetz. Im damaligen „Magdalenenstift“, das sich der Erziehung von jungen, sozial benachteiligten und gefährdeten Frauen widmete, wurde eine solche Gemeinde zum 1. Juli 1906 errichtet. Die Bewohner des Geländes in Teltow, Diakonissen, Fürsorgezöglinge und Mitarbeiter wurden damit in einer selbständigen Kirchengemeinde zusammengefasst. Sie zählte zu Beginn 202 Glieder. Kirchenbücher werden seit 1910 geführt.

Die Stiftskapelle

Mittelpunkt der Gemeinde war die bereits am 24. September 1901 geweihte Stiftskapelle im Mutterhaus, die mit einem von der Kaiserin Auguste Victoria – die als „Kirchenjuste“ bespöttelte Ehefrau Kaiser Wilhelm II. war seit 1888 Protektorin des Diakonissenhauses –   gestifteten Altarteppich und anderen von Kuratoriumsmitgliedern gestifteten Gegenständen ausgestattet war. Bestimmend war ein großes, nach dem Bild „Der gute Hirte“ von Friedrich Johann Overbeck (siehe www. uni-koeln.de/ew-fak/ Bildtheologie/diathek/BJ1 095.jpg) – das um 1860 in Rom entstandene Ölbild befindet sich im Thorwaldsen-Museum zu Kopenhagen – gestaltetes Glasfenster. Die Kapelle wurde bei einem Fliegerangriff 1943 vollständig zerstört, nur das Kruzifix konnte, feuerdurchglüht und schwarz geworden, aus den Trümmern geborgen werden. Es fand seinen Platz in einem provisorischen Kirchsaal im Krankenhaus. Bis zum Jahr 2007 diente dieser Kirchsaal als Mittelpunkt des geistlichen Lebens der Anstaltskirchengemeinde.

Mit der Rekonstruktion des Mutterhauses fand die Kapelle in ihm wieder ihren angestammten Platz. Auch jetzt wird der Raum bestimmt von einem großen Glasfenster, das an die Stelle des zerstörten und unwiederbringlich verlorenen eingesetzt worden ist. Der Glaskünstler Helge Warme hat in gemeinsamer Planung mit den Schwesternschaften dem Hausspruch „Ich will dies Haus voll Herrlichkeit machen und ich will Frieden geben an dieser Stätte.“ (Haggai 2, 7 u. 9) durchscheinend und leuchtend Gestalt und Ausdruck gegeben. Am 12. Mai 2007 ist die Kapelle in einem Gottesdienst mit Generalsuperintendent Martin-Michael Passauer festlich ihrer Bestimmung übergeben worden. Das aus der Zerstörung geborgene Kruzifix hat auch in der neuen Kapelle seinen Platz auf dem Altar.

Änderungen seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges

Mit dem Ende der Erziehungsarbeit in Teltow zum Ende des zweiten Weltkrieges änderte sich auch die Zusammensetzung der Kirchengemeinde. Seit Anfang der sechziger Jahre sind Menschen mit geistiger Behinderung in die Häuser des Diakonissenhauses eingezogen, die Altenhilfe bildete einen weiteren Arbeitsschwerpunkt. Durch die Ausbildung in der Fachschule kommen auch kirchlich nicht gebundene junge Menschen in das Diakonissenhaus. Die Kirchengemeinde stellte sich den neuen Herausforderungen. So gehören nun zum Angebot der Gemeinde unter anderem Konfirmandenunterricht und Kinderbibelwoche für Jugendliche mit geistiger Behinderung, Gesprächskreise und Angebote für Erwachsene mit geistiger Behinderung, Gottesdienste im Altenpflegeheim Horeb, Tauf- und Orientierungskurse für Mitarbeitende sowie Gottesdienste mit Schülern der Fachschule.

Eine Orgel aus Potsdam und eine Glocke aus Christinendorf

1956 wurde eine Orgel der Firma Schuke in den Kirchsaal eingebaut. Mit einer Orgelvesper am 28. Juni 1956 wurde das neue Instrument eingeweiht. Die Glocke, die zu den Andachten und Gottesdiensten statt der am Mutterhaus ruft, ist eine Schenkung der Kirchengemeinde Christinendorf (Kreis Zossen/Mark). Sie ist ein Pendant zur Kirchenglocke in Märkisch-Wilmersdorf, fünf Zentner schwer und klingt mit dem Ton „d“. Sie wurde am 26. März 1961 auf der Festwiese geweiht.

Die Gemeinde heute

Heute wird die Gemeinde mit ihren ca. 220 Gemeindegliedern durch einen Gemeindekirchenrat geleitet. In der Gemeinde arbeiten Ehrenamtliche sowie die im Diakonissenhaus angestellten Pfarrer mit. Es gibt einen gemeinsamen Bläserchor mit benachbarten Kirchengemeinden, einen Büchertisch, regelmäßige Bibelstunden sowie alljährlich eine Bibelwoche und Passionsandachten. Zu den Gottesdiensten wird sonntags um 9.30 Uhr eingeladen, nur am Sonntag Rogate, dem Tag des Jahresfestes, beginnt der Gottesdienst auf der Festwiese um 10 Uhr.

Magdalenen-Kirchengemeinde Teltow

Datum Beginn Tagesmerkmal Prediger Besonderheit
Sonntag 23.09.2018 09:30 Uhr 17. Sonntag nach Trinitatis Winkler-Nehls

Gottesdienst

Samstag 29.09.2018 19:00 Uhr Nehls

Wochenschlussandacht

Sonntag 30.09.2018 09:30 Uhr 18. Sonntag nach Trititatis Nehls

Gottesdienst

Kontakt

 Andreas Nehls

Pfarrer

Andreas Nehls
Lichterfelder Allee 45
14513 Teltow
Tel.: 03328 - 433 429
E-Mail