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Schwangerschaft und Alkohol: Krankenhaus Ludwigsfelde hilft und berät

Mattias Leupold, Chefarzt Gynäkologie und Geburtshilfe des Evangelischen Krankenhauses Ludwigsfelde-Teltow, erklärt zum 'Tag des alkoholgeschädigten Kindes' am 9. September 2021, was das Fetale Alkoholsyndrom ist, weshalb es so wichtig ist, in der Schwangerschaft auf Alkohol zu verzichten, und wie das Team der Ludwigsfelder Geburtshilfe Schwangere und ihre Familien beim Verzicht auf Alkohol unterstützt.

 

EDBTL: Herr Leupold, weshalb gibt es den Tag des alkoholgeschädigten Kindes eigentlich immer noch? Dass Alkohol schadet - erst recht ungeborenen Babys - sollte doch heutzutage den meisten Menschen klar sein. 

Mattias Leupold: Es ist sehr wichtig, dieses Thema immer wieder ins Bewusstsein der Menschen zu rufen. Denn Jahr für Jahr gibt es in Deutschland etwa 10.000 Neugeborene, bei denen wir alkoholbedingte Schäden feststellen. Das Fetale Alkoholsyndrom, abgekürzt FAS, stellt bei etwa 2.000 Neugeborenen im Jahr die häufigste Ursache für geistige Behinderungen dar. Eigentlich ist die Lösung einfach: Durch Verzicht auf Alkohol während der Schwangerschaft sind solche Schädigungen und Erkrankungen der Neugeborenen komplett vermeidbar.

Wie sieht der Alkoholkonsum von Schwangeren in Zahlen aus? 

In Europa und den USA nehmen bis zu 60 Prozent der befragten Frauen gelegentlich Alkohol während der Schwangerschaft zu sich. Nur 20 Prozent der Frauen verzichten konsequent. Das sind erschreckende Zahlen, die jedoch das gesamtgesellschaftliche Verhalten und die Einstellung zum Alkoholgenuss widerspiegeln. 

Wie sieht diese Einstellung aus? 

Alkohol gilt leider als legale und akzeptierte Genussdroge in der Gesellschaft. 

Warum nehmen Schwangere trotzdem Alkohol zu sich, wenn sie doch wissen müssten, dass sie damit ihrem Baby schaden? 

Alkohol in Maßen zu sich zu nehmen, gerade in Gruppen, ist Teil unserer Geschichte, Kultur und Sozialisierung. Aber dieses erlernte Sozialverhalten ist in der Schwangerschaft schwer zu ändern. Manche Frauen müssen große mentale Stärke und viel Disziplin für eine Unterbrechung des Alkoholkonsums aufbringen. Und da muss nicht mal ein Suchtproblem vorliegen. Verheerend ist vor allem, dass die Wirkung und Folgen von Alkoholkonsum in unserer Gesellschaft oft verharmlost werden, in seltenen Fällen leider auch von ärztlichen Kollegen. 

Welche Schäden tragen Kinder mit FAS davon? 

Neugeborene mit einem Fetalen Alkoholsyndrom zeigen oft einen zu kleinen Kopf, Gesichtsfehlbildungen, Augenfehlstellungen, Herzfehler, Nierenfehlbildungen und eine geistige Behinderung. Sie sind bei der Geburt zu klein und zu leicht. Wenn die Schwangere den Alkoholkonsum erst im späteren Schwangerschaftsstadium nach Abschluss der Organbildung des Fötus (12. Schwangerschaftswoche) beginnt, zeigen sich eher Schädigungen des Zentralnervensystems mit Wahrnehmungs- und Verhaltensstörungen. Leider musste auch ich schon in meiner beruflichen Laufbahn Geburten von Kindern mit einem FAS erleben, zum Glück sehr selten. 

Viele Schwangere verschweigen ihren Alkoholkonsum aus Angst vor Stigmatisierung, ­was die Dunkelziffer erhöht. Was tun Sie, und wen aktivieren Sie, wenn Ihrem Team Alkoholkonsum bei einer Schwangeren auffällt?

Wir versuchen zunächst mit der Schwangeren ins Gespräch zu kommen und Menge, Art und Dauer des Alkoholkonsums zu erfassen. Wir besprechen das Thema gemeinsam mit der Schwangeren und beraten empathisch zu möglichen Ursachen und Folgen. Ziel ist natürlich, dass die Schwangere letztendlich entscheidet, keinen Alkohol zu sich zu nehmen. Gleichzeitig geben wir der Schwangeren Hilfsangebote an die Hand. Über unseren Sozialdienst kann sie mit Selbsthilfegruppen, Suchthilfegruppen, spezialisierten gemeinnützigen, medizinischen Einrichtungen und Psychologinnen in Kontakt kommen. Wir bieten vor allem auch die Unterstützung unseres Netzwerks Gesunde Kinder an. Denn ein (zusätzliches) Kind bedeutet ja eine große Veränderung für Mutter und Vater. Das ist insbesondere im ersten Babyjahr anstrengend, und hierbei helfen wir. 

Vielen Dank für das Gespräch!
 

  • Das Evangelische Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow ist ein Krankenhaus der Grundversorgung im Verbund Evangelisches Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin. Es besteht aus sechs Kliniken mit 245 vollstationären Betten und zehn Plätzen in der Tagesklinik Geriatrie. In unserer Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe kommen ungefähr 500 Babys pro Jahr auf die Welt. Hebammen, Geburtshelfer sowie Kinder- und Narkoseärztinnen sind 24/7 anwesend. Wir betreuen Geburten ab der 32+0 SSW (> 1500 g).
  • Hilfe durch das Netzwerk Gesunde Kinder Teltow-Fläming
  • Familienpate werden

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Evangelisches Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow
Albert-Schweitzer-Str. 40-44
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Tel.: 03378 - 828 0
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