Das Evangelische Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin ist ein zukunftsorientierter diakonischer Unternehmensverbund mit langer Tradition. mehr
Hier finden Sie Stellenangebote, Informationen zu Fort- und Weiterbildung, beruflicher Bildung, Freiwilligendiensten und vielem mehr. mehr
Das Diakonissenhaus bietet das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) und auch den neuen Bundesfreiwilligendienst (BFD) in eigener Trägerschaft an. mehr
Das Evangelische Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin betreibt Krankenhäuser in Ludwigsfelde, Lehnin, Luckau, Frankfurt (Oder) und Seelow. mehr
Veranstaltungen und Gottesdienste in den kommenden Wochen mehr
Diakonische Arbeit ist ohne das Engagement vieler Menschen nicht denkbar mehr
Vorheriges Bild
Nächstes Bild

Informationen für Angehörige

Liebe Besucherinnen und Besucher,

Ihr Weg führt Sie auf unsere Intensivstation, weil Ihr Angehöriger hier auf Grund einer größeren Operation oder schweren Erkrankung besonders behandelt, gepflegt und überwacht werden muss. Wir möchten Ihnen einige wichtige Hinweise geben, damit Sie die Besonderheiten unserer Intensivstation besser verstehen.

Sollten Sie Fragen oder Anmerkungen haben, freuen wir uns, wenn Sie sich vertrauensvoll an unser Intensivteam wenden.

Wer arbeitet auf einer Intensivstation?

Das Kernteam unserer Intensivstation besteht aus qualifizierten Ärzten und Pflegekräften, die vorrangig auf unserer Station tätig sind.

Darüber hinaus versorgen Krankengymnasten (Physiotherapie) sowie Mitarbeiter der Röntgenabteilung / EKG-Abteilung, des Labors, der technischen Dienste und des Reinigungsdienstes Ihren Angehörigen. Zur Genesung trägt auch besonders die genau auf Ihren Angehörigen abgestimmte Kost bei, die von unserer Küche Dorfner liebevoll zubereitet wird.

Zudem besteht natürlich die Möglichkeit, durch unseren Seelsorger Johannes Lorenz oder durch Ihren Seelsorger am Krankenbett Beistand zu erfahren.

Sind Fragen auf sozialer Ebene (z.B. Organisation der Pflege zu Hause, Beantragung einer Pflegestufe, Antrag auf Heimplatz, Antrag auf Rehabilitation, Einrichtung einer Betreuung) hilft sehr engagiert unsere Sozialarbeiterin Frau M. Kalz.

Wie ist die Intensivstation technisch ausgerüstet?

Natürlich sind Sie besorgt, wenn Sie Ihren Angehörigen an verschiedene medizinische Geräte angeschlossen sehen. Mit deren Hilfe können wir den Zustand von Herz, Kreislauf und Lunge genau beobachten, die Funktionen der Organe unterstützen und erforderliche Medikamente exakt dosieren. Die wichtigsten Geräte wollen wir ihnen erklären.

Das Gerät zur Überwachung von Herz und Kreislauf ist ein großer Bildschirm oder Monitor. Durch Verbindungskabel zum Patienten werden kontinuierlich die Herzstromkurve (EKG), der Blutdruck, der Sauerstoffgehalt im Blut (Sättigung), die Atmung und die Körpertemperatur durch Signale erfasst und in Form von Kurven oder Zahlen angezeigt.

Manchmal muss ganz engmaschig der Blutdruck kontrolliert werden. Dann wird ein arterieller Zugang gelegt (zum Beispiel an der Hand oder dem Oberschenkel) und teilweise auch gleich ein PiCCO-Gerät installiert, das aus der Blutdruckkurve die Herzfunktion und den Flüssigkeitshaushalt am Schlüsselbein misst.

Zentrale Venenkatheter
sind dünne Schläuche, die am Hals, am Schlüsselbein oder dem Oberschenkel angelegt werden und in ein zentrales venöses Blutgefäß (kurz vor dem Herzen) führen. Darüber können Medikamente, Ernährungslösungen oder Infusionen gegeben werden.

Einige Medikamente müssen sehr genau und kontinuierlich dosiert und daher mit einer Spritzenpumpe verabreicht werden.

Ein Teil unserer Patienten benötigt eine Unterstützung der Atmung durch ein Beatmungsgerät. Mit Hilde eines Schlauches (Tubus) der durch den Mund oder die Nase in die Luftröhre eingeführt wurde, kann eine Mischung aus Sauerstoff und Luft in die Lunge strömen. Damit der Tubus vom Patienten nicht als unangenehm empfunden wird, erhalten „beatmete“ Patienten von uns Medikamente, die Schmerzen lindern und müde machen. Obwohl Ihr Angehöriger wegen des Tubus nicht sprechen kann, ist es möglich, dass er Sie hört und eventuell sogar in der Lage ist, Fragen mit Nicken oder Kopfschütteln zu beantworten. In manchen Fällen wird mehrmals täglich die Atmung über eine Gesichtsmaske unterstützt. Die Maske muss eng anliegen, damit sie dicht ist und wird deshalb über Gummizügel fixiert. Falls eine Langzeitbeatmung durchgeführt werden muss, wird der Patient mit einem Luftröhrenschnitt versorgt.

Solange der Patient nicht normal essen kann, geben wir die Ernährung über einen durch die Nase in den Magen führenden Schlauch, die Magensonde. Wenn der Darm nicht in der Lage ist, Nahrung zu verdauen, bieten wir die Bestandteile über die Vene an. Selten ist später die Anlage eines Katheters durch die Bauchhaut in den Magen oder Dünndarm (PEG/PEJ) notwendig.
Wenn das selbstständige Wasserlassen nicht möglich oder eine exakte Bilanzierung der Ausfuhr erforderlich ist, wird der Urin über einen Blasenkatheter abgeleitet.

Schläuche (Drainagen) im Wundgebiet dienen nach der Operation zur Ableitung von Blut und Flüssigkeiten, die in Auffangbeuteln oder -flaschen gesammelt werden, die am Bettrand befestigt sind. Sollte bei Nierenversagen eine Blutwäsche (Dialyse) zur Entfernung des Wassers und der harnpflichtigen Stoffe aus dem Körper notwendig werden, wird eine kontinuierliche Dialysebehandlung - über einen zentralen Venenkatheter - am Bett durchgeführt.

Um ein Wundliegen oder die Entstehung von Druckgeschwüren (Dekubitus) zu verhindern, sind die Betten mit speziellen Matratzen ausgestattet. Gelegentlich ist auch der Einsatz von Spezialbetten zur Lagerung notwendig. Ihr Angehöriger wird spätestens alle zwei Stunden von den Pflegekräften gedreht und neu gelagert, falls er es nicht selbständig kann. Die Physiotherapie kommt zweimal am Tag und bewegt alle Extremitäten, hilft beim Mobilisieren Ihres Angehörigen und führt durch spezielle Techniken zur Sekretlockerung in der Lunge.

Was bedeuten Alarme?

Damit wir bereits über kleine Veränderungen informiert sind, geben alle Geräte akustische Signale ab. Die Alarmmeldungen signalisieren nur in seltensten Fällen eine bedrohliche Situation, manchmal muss auch einfach nur das Medikament neu aufgezogen/die Infusion umgesteckt werden oder ein Überwachungskabel hat sich gelöst. Zur Sicherheit werden die Alarme über einen zentralen Bildschirm im Schwesterndienstzimmer zusätzlich überwacht. Wir bitten um Ihr Verständnis, wenn dadurch Ihr Besuch gestört wird.

Was ist beim Besuch auf unserer Intensivstation zu beachten?

Bei uns steht der Patient im Mittelpunkt. Natürlich ist Ihr Besuch erwünscht und trägt zur Genesung Ihres Angehörigen bei. Um diese ungestört zu ermöglichen, versuchen wir die Arbeit so zu organisieren, dass während Ihres Besuchs möglichst wenige Verrichtungen anfallen.

Leider kann es vorkommen, dass Sie trotzdem warten müssen, denn die Versorgung der Patienten muss abgeschlossen sein, bevor Sie hereinkommen können. Dafür haben Sie sicher Verständnis.

Wir wissen, dass bei einem längeren Aufenthalt auf unserer Station vertraute und persönliche Dinge aus der häuslichen Umgebung wie z. B. Wasch-, Pflege- und Rasierutensilien oder Bilder, Fotos und Musik  dazu beitragen können, dem Patienten ein Gefühl der Geborgenheit zu vermitteln – bringen Sie diese bitte mit.

Wir bitten aufgrund der begrenzten Räumlichkeiten um Verständnis dafür, dass in der Regel zwei Besucher gleichzeitig zu Besuch kommen können.

Welche hygienischen Regeln sollten beachtet werden?

Im Eingang befindet sich ein Desinfektionsmittelspender, an dem Sie sich bitte bei Betreten und Verlassen der Station die Hände desinfizieren.

Falls die Straßenkleidung einmal sehr schmutzig sein sollte, können Sie bei uns einen Kittel überziehen.

Von Schnitt- oder Topfblumen können Krankheitserreger ausgehen, deshalb sind sie auf unserer Intensivstation nicht gestattet.
Falls Ihr Angehöriger aus hygienischen Gründen isoliert werden muss, lassen Sie sich bitte von der Schwester einweisen.

Wie erhalten Sie Informationen über den Krankheitsverlauf Ihres Angehörigen?

Wir wissen, dass Sie sich um Ihren Angehörigen sehr sorgen und vielen Fragen zum Krankheitsverlauf haben. Während Ihnen die Pflegekraft bei der Kommunikation mit Ihrem eventuell beatmeten Angehörigen behilflich ist oder Erklärungen zu Geräten geben kann, ist für genauere Auskünfte über den aktuellen Zustand des Patienten der Arzt zuständig. Falls Sie den Operateur oder Internisten sprechen möchten, vermitteln wir Ihnen gerne Termine zum Gespräch.

Bitte geben Sie die erhaltenen Informationen auch an Ihre anderen Angehörigen weiter.

Falls wir einmal nicht sofort oder nur kurz mit Ihnen sprechen liegt es daran, dass die Versorgung unserer Patienten natürlich Vorrang hat.

Wir bitten Sie, nicht zwischen 06:00 und 09:30 Uhr anzurufen, sonst geben wir gern telefonisch Auskunft.

Wie erhalten Sie Informationen über den Krankheitsverlauf Ihres Angehörigen?

Wir wissen, dass Sie sich um Ihren Angehörigen sehr sorgen und sich viele Fragen zum Krankheitsverlauf ergeben. Während Ihnen die Pflegekraft bei der Kommunikation mit Ihrem eventuell beatmeten Angehörigen behilflich ist oder Erklärungen zu Geräten geben kann, ist für genauere Auskünfte über den aktuellen Zustand des Patienten der Arzt oder die Ärztin als Intensivtherapeuten zuständig. Falls Sie die Hauptbehandler - den Operateur (Chirurg/Urologe/Gynäkologe) oder Chefarzt der Internie sprechen möchten, vermitteln wir Ihnen gerne Termine zum dortigen eingehenden Gespräch.

Bitte geben Sie die erhaltenen Informationen auch an Ihre anderen Angehörigen weiter.

Falls wir Intensivtherapeuten einmal nicht sofort oder nur kurz mit Ihnen sprechen können, liegt es daran, dass die Versorgung unserer Patienten natürlich im Vordergrund stehen muss.

Wir bitten Sie vormittags möglichst nicht zwischen 6:00 und 9:30 Uhr anzurufen, außerhalb dieser Zeit ist eine kurze Auskunft am Telefon meist immer möglich.

Sollte ihr Angehöriger wach sein, kann er selbst mit Ihnen über das mobile Telefon kommunizieren.

Telefon: 03544 - 58164

Auch Patienten, die Medikamente zum Schlafen bekommen, können sich später teilweise an diese Zeit erinnern und berichten dann, dass es ihnen sehr geholfen hat, wenn ihnen ihr Besuch Neuigkeiten erzählt hat oder einfach nur lieb mit ihnen gesprochen oder über den Arm gestrichen hat. Deshalb scheuen Sie nicht den Körperkontakt, berühren Sie Ihren Angehörigen, sprechen Sie mit ihm - es wird ihm und Ihnen helfen, über die schwere Zeit hinwegzukommen.