Zuschlag erteilt für Projekt zur Stärkung der geriatrischen Versorgung in der Grenzregion
Die Menschen werden immer älter, sowohl in Deutschland als auch in Polen. Diese demografische Entwicklung ist einerseits erfreulich, andererseits entsteht dadurch ein steigender medizinischer und pflegerischer Versorgungsbedarf. Um dem gerecht zu werden, gilt es, die Zusammenarbeit deutscher und polnischer Gesundheitseinrichtungen in der Grenzregion nachhaltig zu stärken und dem absehbaren Fachkräftemangel in der geriatrischen Versorgung entgegenzuwirken. Hier setzt ein neues Projekt an, für das kürzlich der Zuschlag erteilt wurde.
Zum 1. Januar 2027 startet das INTERREG-Projekt „Grenzüberschreitendes Weiterbildungs- und Mentoringprogramm für Pflegekräfte in Geriatrie und Physiotherapie“.
Projektpartner sind das Universitätsklinikum Zielona Góra und das Evangelische Krankenhaus Lutherstift Frankfurt (Oder). Die wissenschaftliche und fachliche Expertise im Projekt wird durch die Technische Universität Dresden/Universitätsklinikum Carl Gustav Carus/UniversitätsCentrum für Gesundes Altern, das Collegium Medicum der Universität Zielona Góra sowie die Schule für Gesundheits- und Pflegeberufe e.V. in Eisenhüttenstadt gewährleistet.
Kern des Projekts ist ein deutsch-polnisches Mentoringprogramm für Pflegekräfte in Geriatrie und Physiotherapie. Im Studienjahr 2027/2028 werden Mentorinnen und Mentoren sowie Auszubildende beziehungsweise Studierende beider Länder gemeinsam an praxisnahen Schulungen, Hospitationen, interkulturellen Workshops und Fachveranstaltungen teilnehmen. Ergänzt wird das Programm durch zweisprachige Lehrmaterialien, ein digitales Serviceportal sowie gemeinsame Handlungsempfehlungen für die grenzüberschreitende Weiterbildung.
Bereits jetzt laden die Projektpartner alle interessierten Auszubildenden und Studierenden im Bereich Pflege und Physiotherapie herzlich ein, sich für die Teilnahme am Pilotprogramm im Studienjahr 2027/2028 zu bewerben. Weitere Informationen erteilt Projektmanagerin Monika Roszak unter der Telefonnummer 03561 403-285 oder per E-Mail an m.roszaknaemi-wilke-stiftde.
Andreas Mogwitz, Geschäftsführer des Diakoniekrankenhauses Naëmi Wilke Guben und des Lutherstifts Frankfurt (Oder), freut sich über die Zusage: „Nach ‚Gesundheit ohne Grenzen‘ ist dieses Projekt das zweite große Fördervorhaben zur Weiterentwicklung der Versorgungsqualität, jetzt speziell für ältere Menschen – auf beiden Seiten von Oder und Neiße.“
Prof. h.c. (BUK) Hans-Ulrich Schmidt, kaufmännischer Vorstand des Unternehmensverbunds Diakonissenhaus Teltow: „Dem Unternehmensverbund Diakonissenhaus Teltow gehören 48 Einrichtungen und Angebote der Altenhilfe. Damit verbunden sind mehr als 1.000 Betreuungsplätze in Brandenburg, Berlin und Halle. In unserer Klinik für Geriatrische Rehabilitation Lehnin und im Geriatrischen Fachkrankenhaus Lutherstift Frankfurt (Oder) verfügen wir über hochspezialisierte Mitarbeitende und umfassende Expertise. Verantwortung zu übernehmen im Bereich der Geriatrie gehört also sozusagen zu unserer DNA. Stets haben wir uns neuen Herausforderungen gestellt und so richten wir jetzt gern den Blick auf die grenzüberschreitende Versorgung. In dem neuen Projekt bringen wir unsere Erfahrungen ein und sind gespannt auf den Austausch mit den polnischen Projektpartnern.“
Begrüßt wird die Initiative zur grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung auch von der Stadt Frankfurt (Oder). Dazu Frankfurts Oberbürgermeister Dr. Axel Strasser:
„Die medizinische Versorgung in Frankfurt (Oder) und der Region vor dem Hintergrund des demografischen Wandels zu sichern, ist eine der großen Herausforderungen, vor denen wir stehen. Fachkräftesicherung spielt dabei eine zentrale Rolle, wie auch mein jüngstes Treffen mit dem Pflege- und Geriatrie-Netzwerk Frankfurt (Oder) gezeigt hat. Wenn wir hier vorankommen wollen, müssen wir grenzüberschreitend denken und agieren. Deshalb begrüße ich dieses grenzüberschreitende Weiterbildungsprogramm ausdrücklich, in das auch das Evangelische Krankenhaus Lutherstift Frankfurt (Oder) eingebunden ist."
Das Projekt wird im Rahmen des Kooperationsprogramms INTERREG VI A Brandenburg–Polen 2021–2027 mit einer Förderung in Höhe von 525.119,77 Euro für das Diakoniekrankenhaus Naëmi Wilke Guben und 499.067,52 Euro für das Lutherstift Frankfurt (Oder) aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert.







