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Die Refluxkrankheit ist die häufigste, gutartige Erkrankung des Magen-Darm-Traktes weltweit. Der Begriff Reflux bezeichnet den Rückfluss säurehaltigen Mageninhalts in die Speiseröhre. Eine Refluxkrankheit liegt vor, wenn deshalb entweder Beschwerden auftreten oder die Schleimhaut der Speiseröhre sich verändert (Ösophagitis). 40% der Bevölkerung leiden einmal pro Monat an Refluxbeschwerden, 7% täglich.

Die komplexe Diagnostik und Therapie wurde im Refluxzentrum gebündelt und 2021 durch den TÜV Süd zertifiziert.

In ambulanten Sprechstunden können alle Anliegen vorgetragen und ein individuelles Behandlungskonzept erstellt werden. Personelle Spezialisierung sowie moderne Untersuchungs- und Behandlungstechniken gewährleisten einen hohen Qualitätsstandard. Vereinbaren Sie gern einen Termin oder kontaktieren uns per E-Mail.

Viszeral- und Refluxchirurgie (Hernienzentrum) Mi 08:30 - 15:30 Uhr

Terminvergabe erfolgt über Tel. 0345 778-7222

Symptoime und Komplikationen

Neben saurem Aufstoßen gehören auch Sodbrennen und ein Druckgefühl hinter dem Brustbein zu den klassischen Symptomen. Die dauerhafte Reizung der Speiseröhrenschleimhaut begünstigt eine bakterielle Besiedlung, was zu einem sehr unangenehmen Mundgeruch führen kann. Auch können durch die erhöhte Säurebelastung der Zähne irreversible Zahnschmelzdefekte oder Karies entstehen. Gelangt der zurückfließende Mageninhalt in die oberen Atemwege können Kehlkopfentzündungen, Heiserkeit oder gar eine Lungenentzündung die Folge sein. Tritt in Zusammenhang mit den oben aufgeführten Symptomen zusätzlich eine schmerzhafte Schluckstörung, Gewichtsabnahme, Blutarmut oder ein Leistungsknick auf, so kann es sich um eine fortgeschrittene Reflux- oder gar Tumorerkrankung handeln. Betroffene sollten unverzüglich einen Arzt aufsuchen.

Ursachen

In den meisten Fällen löst eine Funktionsstörung des unteren Speiseröhren-Schließmuskels (UÖS) die Refluxkrankheit aus. Seltener liegt die Ursache in einer herabgesetzten Beweglichkeit der Speiseröhre. Auch eine vermehrte Magensäureproduktion durch bestimmte Nahrungsmittel (Kaffee, süße oder fettige Speisen) oder Stress können einen Reflux auslösen. Ebenso sind Tabakrauch und Übergewicht als auslösende oder begünstigende Faktoren einer Refluxerkrankung bekannt. Über 90% aller Refluxpatienten haben einen Zwerchfellbruch. Durch die Erweiterung der Zwerchfellschenkel, an dem der untere Schließmuskel der Speiseröhre beim Gesunden fixiert ist, wird dessen Funktion beeinträchtigt. Durch die so entstehende Lücke kann sich der obere Magenanteil in den Brustkorb bewegen. Dies führt zu einer Aufdehnung des Speiseröhren-Schließmuskels (UÖS), was wiederum den Übertritt sauren Mageninhalts in die Speiseröhre begünstigt.

Untersuchungen

Ein ausführliches Patientengespräch sowie eine detaillierte Schilderung der Beschwerden sind wichtig, um gezielt erforderliche diagnostische Maßnahmen in die Wege leiten zu können. Die jeweils erforderlichen Untersuchungen können alle im Diakoniekrankenhaus Halle durchgeführt werden. Dazu gehören: 
- zum Ausschluss herzbedingter Brustschmerzen ein EKG oder Belastungs-EKG
- die Spiegelung der Speiseröhre und des Magens (Gastroskopie)
- eine 24 Stunden pH-Metrie (Säuremessung in der Speiseröhre) 
- eine Ösophagusmanometrie

Therapie

Sowohl die medikamentöse als auch die chirurgische Therapie können bei einer Refluxerkrankung erfolgreich sein. Die konservative Therapie beinhaltet neben einer Änderung der Essgewohnheiten, Gewichtsabnahme und Stressvermeidung vorrangig säureblockierende Medikamente (PPI). Hilft das nicht oder ist eine lebenslange medikamentöse Therapie nicht gewünscht, ist mit der laparoskopischen Fundoplikatio eine schonende Operation möglich. Durch die minimalinvasive Vorgehensweise mit kleinstmöglichen, 5 mm großen Arbeitskanälen und durch den Einsatz von Bipolar- und Ultraschalltechnik ist das Verfahren für den Patienten besonders schonend. Über fünf kleine Hautschnitte werden die Operationsinstrumente und die Videokamera eingeführt. Neben der Herstellung einer Magenmanschette („Fundoplikatio“) im unteren Speiseröhrenbereich erfolgt die Versorgung des Zwerchfellbruchs mit Verschluss der Bruchlücke (Hiatoplastik) und Implantation eines titanbeschichteten Netzes, das exakt für diese Anwendung entwickelt wurde.

Der Eingriff ist schmerzarm, der Krankenhausaufenthalt beträgt nur wenige Tage und die Patienten können bereits nach kurzer Zeit ihr gewohntes Leben wieder aufnehmen.

Leiterin

Dr. med. Sandra Adam

Fachärztin für Viszeralchirurgie, Zusatzbezeichnungen Spezielle Viszeralchirurgie und Proktologie
anerkannte Zentrumschirurgin der DGAV

Sekretariat

Anke Lux
Fax: 0345 778-6366

keine Terminvergabe zur Behandlung

Herniensprechstunde

Mi 8:30 - 15:30 Uhr


Terminvereinbarung zwischen 8 und 14:30 Uhr möglich

  • Diakoniekrankenhaus Halle

    Mühlweg 7
    06114 Halle (Saale)