Premiere in der Gelenkchirurgie am Evangelischen Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow
Erfolgreiche zellgestützte einzeitige Knorpeltransplantation
In der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Evangelischen Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow erweitert sein Spektrum moderner gelenkerhaltender Therapieverfahren. Erstmals wurde hier das innovative AutoCart™-Verfahren zur biologischen Rekonstruktion von Knorpelschäden erfolgreich angewendet.
Chefarzt Dr. Boris von Engelhardt führte den Eingriff gemeinsam mit Oberarzt Dr. Amedi bei einer 17-jährigen Patientin mit einem tiefgreifenden und schmerzhaften Knorpelschaden unter der Kniescheibe durch. Neben dem bereits etablierten matrixgestützten Knorpelregenerationsverfahren (AMIC) kam erstmals das zellgestützte AutoCart™-Verfahren zum Einsatz. Ziel ist es, die natürlichen Regenerationsmechanismen des Körpers optimal zu nutzen und geschädigten Gelenkknorpel biologisch zu rekonstruieren.
Dr. Boris von Engelhardt:
„Diese moderne biologische und zellgestützte Behandlungsmethode eröffnet neue Perspektiven in der operativen Therapie von Knorpelschäden. Ein wesentlicher Vorteil besteht darin, dass die Rekonstruktion des Knorpels heute häufig in nur einer Operation erfolgen kann. Dadurch wird die Belastung für die Patientinnen und Patienten im Vergleich zu früheren zweizeitigen Verfahren deutlich reduziert. Unser Ziel ist es, Gelenke durch biologische Rekonstruktionsverfahren langfristig zu erhalten und den Einsatz künstlicher Gelenke möglichst hinauszuzögern.“
Moderne Knorpeltherapie für den Gelenkerhalt
Die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie setzt konsequent auf moderne, möglichst minimalinvasive Verfahren zur biologischen Rekonstruktion von Gelenkknorpel. Dabei kommen ausschließlich patienteneigene Gewebe und körpereigene Heilungsmechanismen zum Einsatz.
Knorpelschäden entstehen häufig infolge von Sportverletzungen, Unfällen, chronischer Überlastung oder wiederkehrenden Mikrotraumata. Bleiben sie unbehandelt, können sie langfristig zu einer fortschreitenden Arthrose und erheblichen Funktionseinschränkungen führen.
In der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie des Evangelischen Krankenhauses Ludwigsfelde verfolgt die Behandlung daher einen umfassenden gelenkerhaltenden Ansatz. Neben der biologischen Rekonstruktion des Knorpels werden auch die zugrunde liegenden Ursachen der Knorpelschädigung gezielt behandelt.
Hierzu gehören unter anderem:
- Instabilitäten der Kniescheibe
- Kreuzbandverletzungen
- Meniskusschäden
- Fehlstellungen der Beinachse (X- oder O-Beine)
- Bandverletzungen des Sprunggelenks
- Gelenkdysplasien und knöcherne Deformitäten
Häufig werden knorpelregenerative Verfahren daher mit rekonstruktiven Eingriffen wie einer Kreuzbandrekonstruktion, einer Patellastabilisierung oder einer Achskorrektur kombiniert. Dadurch können die Voraussetzungen für einen langfristigen Erhalt des Gelenks deutlich verbessert werden.
Wie funktioniert das AutoCart™-Verfahren?
Das AutoCart™-Verfahren basiert auf den Prinzipien der biologischen Geweberegeneration und ermöglicht eine einzeitige, in vielen Fällen vollständig arthroskopische Behandlung von Knorpeldefekten.
Grundlage des Verfahrens ist die sogenannte Heilungstriade, die drei wesentliche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Knorpelregeneration miteinander verbindet:
- eine biologische Matrix,
- körpereigene Wachstumsfaktoren sowie
- vitale, regenerative Knorpelzellen.
Alle drei Komponenten werden ausschließlich aus patienteneigenem Gewebe während derselben Operation gewonnen.
Hierfür wird zunächst aus einem funktionell wenig belasteten Bereich des Gelenks eine kleine Menge gesunden Knorpels entnommen. Dieses Gewebe wird in feinste Knorpelfragmente überführt, die zahlreiche lebende Chondrozyten enthalten. Nach der Implantation können diese Zellen in den Defekt einwandern, sich vermehren und neue Knorpelmatrix bilden.
Zusätzlich wird aus dem Blut der Patientin oder des Patienten plättchenreiches Plasma (PRP) gewonnen. Dieses enthält eine hohe Konzentration körpereigener Wachstumsfaktoren, welche die Zellproliferation, Geweberegeneration und Heilungsprozesse unterstützen.
Zur Stabilisierung wird anschließend autologes Thrombin eingesetzt. Dadurch entsteht ein Fibringerinnsel, das als natürliche Matrix dient und die transplantierten Knorpelfragmente sicher im Defekt fixiert.
Vorteile des Verfahrens
Das AutoCart™-Verfahren bietet mehrere Vorteile:
- einzeitige Behandlung in nur einer Operation,
- überwiegend arthroskopische und dadurch besonders schonende Durchführung,
- ausschließliche Verwendung patienteneigener biologischer Materialien,
- Verzicht auf dauerhafte Implantate oder synthetische Trägermaterialien,
- Förderung der natürlichen Knorpelregeneration durch körpereigene Zellen und Wachstumsfaktoren.
Damit stellt das Verfahren eine moderne Ergänzung des gelenkerhaltenden Therapiespektrums dar und erweitert die Möglichkeiten der biologischen Knorpelrekonstruktion.
Schwerpunkte der Orthopädie und Unfallchirurgie
Die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie bietet ein breites Spektrum moderner gelenkerhaltender Eingriffe an. Dazu gehören unter anderem:
- arthroskopische All-Inside-Kreuzbandrekonstruktionen mit besonders schonender Entnahmetechnik,
- biologische Knorpelrekonstruktionen mittels Matrix- und Knorpelzellverfahren,
- gelenkerhaltende Umstellungsosteotomien zur Korrektur von X- und O-Beinen,
- Patellastabilisierungen einschließlich MPFL-Rekonstruktionen und Trochleaplastiken,
- arthroskopische und gelenkerhaltende Schulterchirurgie,
- operative Versorgung komplexer Sportverletzungen der großen Gelenke.
Sprechstunde
Die Gelenksprechstunde von Chefarzt Dr. Boris von Engelhardt findet jeweils mittwochs und freitags statt.
Termine können sowohl von gesetzlich als auch privat versicherten Patientinnen und Patienten unter 03378 828-2312 oder 03378 828-2300 vereinbart werden.







