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Unser Jobcoach in den Teltower Diakonischen Werkstätten

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Was machen Sie als Jobcoach in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung?

Als Jobcoach begleite und unterstütze ich Menschen mit Behinderung dabei, ihre beruflichen Möglichkeiten zu entdecken und weiterzuentwickeln. 

Meine Aufgabe ist es, Beschäftigte innerhalb der Werkstatt zu unterstützen, wenn sie Interesse an einem Wechsel in einen anderen Arbeitsbereich oder an einer beruflichen Erprobung außerhalb der Werkstatt haben. 

Dabei stehen die individuellen Fähigkeiten, Stärken und Wünsche der Menschen immer im Mittelpunkt. 

Seit November 2023 begleite ich diesen Prozess mit viel Empathie, Offenheit und dem Ziel, echte berufliche Teilhabe zu ermöglichen.

 

Wie unterstützen Sie Teilnehmende, die sich für ein Praktikum oder eine betriebliche Erprobung interessieren?

Ich begleite die Teilnehmenden von Anfang an auf ihrem Weg. Dazu gehört zunächst, gemeinsam die persönlichen Fähigkeiten, Interessen und Stärken herauszuarbeiten – immer unter Berücksichtigung der individuellen Einschränkungen. Anschließend unterstütze ich bei der Suche nach passenden Praktikums- oder Arbeitsplätzen, begleite den Bewerbungsprozess und stehe während der gesamten Erprobung als Ansprechpartner zur Verfügung. Regelmäßige Feedbackgespräche, Besuche vor Ort sowie der enge Austausch mit den Arbeitgebern sind dabei ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit. Mir ist wichtig, dass sich die Menschen sicher und unterstützt fühlen.

 

Was bedeutet für Sie Teilhabe am Arbeitsleben?

Teilhabe am Arbeitsleben bedeutet für mich, dass Menschen mit Behinderung die Möglichkeit erhalten, selbstbestimmt am Berufsleben teilzunehmen und ihre Fähigkeiten in der Arbeitswelt einzubringen. 

Das Ziel ist nicht nur Beschäftigung, sondern echte Inklusion – also die Chance auf eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. 

Jeder Mensch sollte die Möglichkeit haben, beruflich dazuzugehören, Anerkennung zu erfahren und eigene Perspektiven zu entwickeln.

 

Wie erfolgt die Akquise potenzieller Arbeitgeber für Menschen mit Behinderung?

Die Akquise regionaler Unternehmen erfolgt durch direkte Ansprache, persönliche Kontakte sowie durch die Teilnahme an Messen und Netzwerkveranstaltungen. 

Dabei versuche ich, Betriebe für die Potenziale von Menschen mit Behinderung zu gewinnen und passende Einsatzmöglichkeiten zu finden. 

Besonders wichtig ist mir ein offener und ehrlicher Austausch, damit sowohl die Betriebe als auch die Beschäftigten gut vorbereitet in eine Zusammenarbeit starten können.

 

Wie sensibilisieren Sie Arbeitgeber für inklusive Beschäftigung?

Viele Arbeitgeber haben zunächst Unsicherheiten oder Berührungsängste.

Deshalb ist Aufklärung und Begleitung besonders wichtig. Ich informiere über Möglichkeiten der Beschäftigung, Unterstützungsangebote und die individuellen Stärken der Beschäftigten. Gleichzeitig begleite ich die einzelnen Schritte des Übergangs auf den allgemeinen Arbeitsmarkt oder in Ausbildung engmaschig. 

In der Praxis zeigt sich oft, dass Betriebe und Menschen mit Einschränkungen Zeit brauchen, um zusammenzuwachsen. Genau dabei unterstütze ich beide Seiten.

 

Wie gehen Sie mit Beschäftigten um, die Angst vor Veränderungen haben – zum Beispiel vor einem Praktikum außerhalb der Werkstatt?

Ängste und Unsicherheiten gehören für viele Menschen zu Veränderungen dazu. Deshalb ist es mir wichtig, empathisch, zugänglich und verlässlich zu sein. 

Ich nehme Sorgen ernst und begleite die Menschen Schritt für Schritt. 

Durch Gespräche, regelmäßigen Austausch und praktische Erfahrungen versuche ich, Vertrauen aufzubauen und Mut zu machen. Niemand wird gedrängt – vielmehr geht es darum, gemeinsam herauszufinden, was möglich ist und welche Unterstützung benötigt wird. 

Oft helfen kleine Schritte dabei, Sicherheit zu gewinnen und neue Perspektiven zu entdecken.

 

Welche Herausforderungen gibt es bei der beruflichen Inklusion?

Der Übergang von der Werkstatt auf den allgemeinen Arbeitsmarkt oder in eine Ausbildung bringt verschiedene Herausforderungen mit sich. 

Neben organisatorischen Fragen und Zuständigkeiten braucht es vor allem Offenheit, Geduld und Zusammenarbeit aller Beteiligten. 

Arbeitgeber müssen sensibilisiert werden und Menschen mit Behinderung benötigen oft individuelle Unterstützung während der Übergänge. 

Trotz dieser Herausforderungen ist es mein Ziel, langfristige Perspektiven zu schaffen und echte berufliche Teilhabe zu ermöglichen.

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